6.5.2 Rollenschälversuch2019-05-02T17:35:16+01:00

6.5.2 Rollenschälversuch

Abschälung eines dünnen Bleches (flexibles Fügeteil) mit konstantem Biegeradius: Krafteinleitung erfolgt nahezu senkrecht zur Klebefläche

b: Probenbreite (25mm)
l: Probenlänge (> 200mm)
lü: Klebschichtlänge (120mm)
s: Schälweg (> 115mm)

Nur für die Kombination eines starren mit einem flexiblen Fügeteil geeignet

Berechnungsgrundlagen zur Bestimmung des Schälwiderstands:

Schäldiagramm

Kraftverlauf im Auswertebereich → mittlere Schälkraft Fmittel

Ferner sind für den Auswertebereich der maximale Schälwiderstand und der minimale Schälwiderstand zu bestimmen (ps,max, ps,min)

Ermittelt wird der Schälwiderstand ps in kN/m (bzw. N/mm) als Durchschnittskraft je Probenbreiteneinheit, gemessen entlang der Klebfuge, die erforderlich ist, um die beiden Fügeteile kontinuierlich voneinander zu trennen.

  • Die Probengeometrien für die jeweiligen Methoden sind genormt.
  • Zulässige Toleranzen sind festgelegt; Abweichungen von der vorgegebenen Geometrie (z. B. bei Kunststoffen) sind anzugeben.
  • Oberflächenvorbehandlung entsprechend den Angaben des Klebstoffherstellers oder der einschlägigen europäischen Norm (z. B. ISO 4588)
  • Es sind mindestens fünf Messwerte zu ermitteln.
  • Die Proben sind in einem der in ISO 291 festgelegten Normalklimate zu lagern und zu prüfen.
  • Die Prüfgeschwindigkeit der Prüfmaschine beträgt z. B. beim Rollenschälversuch 100 mm/min.
  • Aufzeichnung der Kraft als Funktion des Weges über den Schälweg; beim Keilspaltversuch wird der Rissfortschritt beurteilt.

Einflüsse auf den Rollenschälversuch

Zur Vergleichbarkeit verschiedener Zugscherversuche müssen die Parameter der Prüfungen bekannt sein und dokumentiert werden.
Dazu zählen in erster Linie:

  • Fügeteilmaterial und -geometrie
  • Oberflächenbehandlung
  • Klebstoff
  • Klebstoffschichtdicke
  • Aushärtetemperatur und -dauer
  • Prüftemperatur
  • Prüfgeschwindigkeit
  • Bei Haftklebstoffen auch rel. Feuchte