5.5.3 Beflammen von Kunststoffen2019-05-02T17:29:15+01:00

5.5.3 Beflammen von Kunststoffen

Ziel:

Das Beflammen ist ein Verfahren für thermoplastische Kunststoffe, das der Erhöhung der Oberflächenspannung und damit der besseren Klebbarkeit dient.

Eignung

Beflammen ist insbesondere für thermoplastische Poymere wie z. B. Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP), aber auch für andere Kunststoffe geeignet. Es ist zu beachten, dass unverzügliche nach der Beflammung geklebt werden muss.

Durchführung

  • Vor dem Beflammen müssen die Oberflächen unbedingt gereinigt und entfettet werden.
  • Verwendung einer Propan- oder Acetylen-Flamme mit Sauerstoffüberschuss (blau, rauschend)
  • Entlangführen der Kunststoffoberfläche unter der Flamme
  • Parameter, die das Ergebnis beeinflussen: Sauerstoffüberschuss, Abstand Flamme-Fügeteiloberfläche, Geschwindigkeit, mit der die Flamme sich über die Oberfläche bewegt
  • Sichtbare Aufrauung bei glänzenden Oberflächen; Entstehung von polaren Strukturen in der Oberfläche, was zur Erhöhung der Oberflächenspannung führt
  • Sofortiges Kleben der Oberfläche unabdingbar

Beachten

  • Fügeteile vorher reinigen
  • Sauerstoffüberschuss der Flamme sicherstellen
  • Abstand zwischen Flamme und Fügeteiloberfläche einhalten
  • Sehr schnelles Abklingen des Vorbehandlungseffektes, d. h. unmittelbar danach kleben
  • Bei dünnen Folien, zu langem Kontakt oder zu kleinem Abstand Flamme-Fügeteiloberfläche: Gefahr der Verbrennung der Kunststoffoberfläche