5.3 Allgemein: Reinigen und Entfetten2019-05-02T17:26:12+02:00

5.3 Allgemein: Reinigen und Entfetten

Entfernung des Schmutzes von der Oberfläche

Reinigungsmittel:

Je nach Fügeteil können unterschiedliche Reinigungsmittel (organische oder wässrige Reinigungsmittel) eingesetzt werden, die jedoch für klebtechnische Anwendungen empfohlen sein sollten. Entsprechende Informationen und geeignete Reinigungsmittel sind vom Klebstoffhersteller zu beziehen.
Von üblichen Reinigungsmitteln, die im Betrieb (oder Haushalt!) eingesetzt werden, ist abzuraten, da sie häufig nicht die für klebtechnische Anwendungen notwendige Reinheit besitzen und im ungünstigsten Fall die Oberflächen verunreinigen.

Allgemeine Anforderungen an ein geeignetes Reinigungsmittel:

  • Sollte möglichst alle Verunreinigungen entfernen
  • Muss schnell und rückstandslos verdampfen
  • Darf das Fügeteil nicht angreifen (z. B. Korrosion bei Metallen oder Spannungsrisse bei Kunststoffen)
  • Muss den Arbeits- und Umweltschutzvorgaben entsprechen

Durchführung:

  • Manuell durch Wischen, Tauchbäder mit und ohne Bürsten, Ultraschalltauchbad oder zur Feinreinigung: Dampfentfettung
  • Grundsätzlich ist die Reinigung durch Tauchbäder dem Reinigen mit Reinigungsmittel getränkten Tüchern vorzuziehen.
  • Besteht keine Möglichkeit die Fügeteile im Tauchbad zu reinigen, sollten weiße, fusselfreie Tücher aus Zellstoff verwendet werden, die nach einmaligen Gebrauch zu entsorgen sind.
  • Dabei ist der Vorgang mindestens so lange durchzuführen, bis auf dem weißen Zellstoff keine Verschmutzungen mehr sichtbar sind.
  • Das Wischen sollte immer nur in eine Richtung erfolgen
    (→ Vorgehen: Abziehen von oben nach unten und von links nach rechts).
  • Alle verwendeten Werkzeuge sowie eventuell eingesetzte Druckluft zum Abblasen der Oberfläche müssen öl- und fusselfrei sowie trocken sein.

Beachten

  • Geeignetes (reines) Reinigungsmittel
  • Fusselfreie Reinigungstücher
  • Einmalige Verwendung der Reinigungstücher
  • Vorgang durchführen bis das Zellstofftuch weiß bleibt
  • Werkzeuge und Druckluft ölfrei, fusselfrei und trocken
  • Reinigungsmittel darf das Fügeteil nicht angreifen (Korrosion bei Metallen, Spannungsrisse bei Kunststoffen)

Wischtechnik:

Reinigungskraft verschiedener org. Lösemittel

Verunreinigung Kohlenwasserstoffe Alkohole Ketone, Ester
Schneidöl 0 0 +
Konservierungsöl + 0 +
Wachse + 0 0
Schmiermittel + 0 +
Harz + + +
Klebstoff (nicht ausgehärtet) 0 0
Fingerabdrücke + +
Silikonöl
Trennmittel 0 + +

+ gut entfernbar
0 bedingt entfernbar
– schlecht entfernbar

Reinigungskraft verschiedener wässriger Reiniger

Wässrige Reiniger pH-Wert Anwendungstemperatur Besonders geeignet für:
Alkalische Reiniger 9 – 12 60 – 95 °C Fette, Ziehöl, Ziehmittel, Bearbeitungsöle
Saure Reiniger 1 – 4 50 – 80 °C Hartöle, Ziehseifen
Neutralreiniger 4 – 10,5 30 – 70 °C Bearbeitungsöle, Emulsionen

Nach der Oberflächenreinigung mit wässrigen Reinigern ist gründlichst mit demineralisiertem Wasser zu spülen.

Silikonproblematik

Mit der Wahl des richtigen Reinigungsmittels, des Reinigungsverfahrens und gegebenenfalls der mehrmaligen Wiederholung bei sehr verunreinigten Fügeteilen lassen sich nahezu alle Verunreinigungen entfernen, mit einer großen Ausnahme: Silikonverunreinigungen.

Diese können nicht garantiert und nachhaltig von den Oberflächen entfernt werden.

Deshalb gilt:
Silikonkontaminationen müssen vermieden werden!
Vor jeder Klebung muss ausgeschlossen werden, dass im Bereich der Lagerung sowie während der Vorbereitung oder der Klebung Verunreinigungen durch Silikone oder Silikonöle auftreten.

Quellen für Silikonkontaminationen:

  • Kosmetika: Hand- und Gesichtscremes, Lippenstifte, Shampoo, Haargel, Conditioner
  • Latexhandschuhe mit Silikon als Gleitmittel
  • Neue Kleidung (bis nach einigen Wäschen), Textilien
  • Schmiermittel für Maschinen und Lager (Silikonöl)
  • Möbel- und Lackpflegemittel, Imprägniermittel, Cockpitspray
  • Formtrennmittel (Entformmittel)
  • Silikonklebstoffe
  • Antischaummittel
  • Medikamente und Medizinprodukte
  • Silikonöle
  • Silikonsprays
  • Typische Namen für Silikonzusätze: Dimeticon(e), Cyclometicon(e), Phenyltrimethicone, Amodimethicone, Silikon(e)

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